03.03.2010
Im Interview: Kai Hospelt
Mit Arvids Rekis und Kai Hospelt nahmen gleich zwei Spieler des EHC Wolfsburg an den olympischen Winterspielen in Kanada teil. Nach dem Spiel gegen die Kassel Huskies berichtete der 24-jährige Hospelt von seinen Eindrücken in Vancouver.
Was ist das für ein Gefühl, an den olympischen Spielen teilzunehmen?
Auf jeden Fall eine super Erfahrung, sowohl sportlich als auch das ganze Drumherum. Leider waren wir nicht so erfolgreich, aber trotzdem war es unglaublich.
Welches Ereignis hat dich am meisten beeindruckt?
Da gibt es Vieles, was ich aufzählen könnte. Natürlich der Einlauf zu Beginn, das Leben im olympischen Dorf mit den anderen Athleten und nicht zu vergessen das Spiel gegen Kanada, das war der Wahnsinn.
Wie muss man sich das Leben im olympischen Dorf vorstellen?
Das ist nicht so einfach zu beschreiben, das muss man einfach erleben. Man fühlt sich mit allen sehr verbunden, alle haben das gleiche Ziel. Nämlich tolle Wettkämpfe zu bieten und eine Medaille zu bekommen. Manche trainieren vier Jahre nur auf diesen einen Tag hin, das merkt man denen dann auch an. Sie sind unheimlich angespannt und man gönnt ihnen den Erfolg. Den deutschen Athleten natürlich besonders, aber den anderen auch. Alle haben unheimlich hart dafür gearbeitet und sollten dafür in irgendeiner Form belohnt werden.
Hast du auch andere Wettkämpfe verfolgen können?
Leider nur im Fernsehen. Alle Wettkämpfe, an denen man ohne Anmeldung teilnehmen konnte, waren in Whistler. Und Anmeldungen waren schwer zu bekommen, weil sie zwei Tage im Voraus erfolgen mussten, viele Wettkämpfe zeitlich aber verschoben wurden.
Wie hast du das Spiel gegen die Kanadier erlebt?
Das war einfach unglaublich. Leider war das Ergebnis deutlich. Aber wer vorher gedacht hatte, dass wir da mitspielen können, den halte ich für naiv. Mit einer super Defensivleistung hätten wir es vielleicht enger gestalten können, aber dafür hätte an dem Tag alles für uns laufen müssen. Die sind einfach besser und das muss man dann auch akzeptieren.
Wie ist das, am Bullypunkt einem NHL-Star gegenüber zu stehen?
Es ist unglaublich schwer, noch einmal viel schwerer als hier in der DEL. Bully ist ja leider sowieso nicht so meine Stärke und die Jungs agieren noch einmal auf einem ganz anderen Level. Am Anfang habe ich unheimliche Probleme gehabt, am Ende lief es dann etwas besser.
Hat Kanada verdient das Turnier gewonnen?
Ich denke schon. Die top fünf oder sechs Nationen sind alle auf einem Level. Und da kommt es dann am Ende auf die Tagesform an. Mit Kanada geht das auch deshalb in Ordnung, weil es ein super Gastgeberland war und die Leute uns super behandelt haben. Für Kanadier ist Eishockey das Höchste überhaupt und deshalb ist es für mich in Ordnung, dass sie gewonnen haben.
Foto: Kai Hospelt (©City-Press)





