19.01.2010

Im Interview: Jason, Jeff und Dennis Ulmer

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Jason Ulmer mit Sohn Tyson (Quelle: J. Korth)

Einmal im Jahr stehen für Debbie und Dennis Ulmer ganz besondere Wochen an, meistens im Winter. Dann nämlich machen sich die Eltern von Jason, Jeff und Robyn auf den weiten Weg von Kanada nach Europa, wo ihre drei Kinder die Monate von August bis März verbringen: Jason als Spielmacher beim EHC Wolfsburg, Jeff als Torjäger bei den Frankfurt Lions und Robyn an der Seite ihres Mannes Quinn Hancock, der bei den Iserlohn Roosters aktiv ist.

Die Spielzeit 2009/2010 meint es gut mit den Ulmers, denn ihre beiden Söhne Jason und Jeff sowie Schwiegersohn Quinn spielen in der gleichen Liga, der DEL. Das vereinfacht die Reiseplanung enorm und sorgt für mehr Zeit mit der Familie. Letztes Jahr wuchs der Familienbesuch schnell zu einer Rundreise durch Europa aus, schließlich spielte Jeff in Schweden und Quinn in Finnland. Nun sind es drei Tage Frankfurt, eine Woche Wolfsburg, eine Woche Iserlohn und zum Abschluss noch einmal vier Tage Frankfurt, von wo aus es anschließend auch wieder zurück in die Heimat geht. Am Rande des Spiels der Grizzly Adams gegen die Frankfurt Lions am vergangenen Wochenende standen die Ulmers gemeinsam für ein Interview zur Verfügung.

Jeff, was sagst du zum Spiel gegen Wolfsburg?

Wir hatten ein schlechtes Timing was die Strafzeiten angeht. Die Grizzlys haben drei Tore erzielt, als wir gerade wieder vollzählig waren. Das lief etwas unglücklich für uns. Aber ich muss zugeben, dass sie gut gespielt haben. Es war ein hartes und enges Match, in dem die Grizzlys vielleicht als Team etwas besser zusammen gespielt haben als wir. Das müssen wir nächstes Mal besser machen.

Und wie bewertest du das Spiel deines Bruders?

Er hat wie immer viele Anspiele gewonnen, hart gearbeitet, Schüsse geblockt. Auch im Powerplay war er sehr gut. Außerdem spielt Jason immer sehr beständig, gegen uns war er auf jeden Fall ein wichtiger Faktor für den Sieg.

Deine Eltern sind in Deutschland, wann kommen sie dich besuchen?

Nächste Woche sind sie bei uns in Frankfurt. Es ist immer schön, wenn sie uns besuchen kommen. Wir sind alle Familienmenschen und genießen die Zeit, wenn wir zusammen sind.

Jason, wie hast du das Spiel gegen Frankfurt gesehen?

Es war ein wichtiger Sieg für uns, gerade weil die Lions ein direkter Konkurrent und Tabellennachbar von uns sind. Wir hatten sie dieses Jahr noch nicht geschlagen, jetzt war es mal an der Zeit dafür.

Was für ein Spielertyp ist dein Bruder?

Sein Spiel lief wie immer, viel schießen und viele Chancen erarbeiten. Das macht er sehr gut. Ihr erstes Tor hat er super vorbereitet. Ich bin eigentlich sehr dankbar, dass er nicht noch mehr gemacht hat, so dass wir am Ende gewinnen konnten. Trotzdem spielt er bislang eine tolle Saison.

In letzter Zeit gab es ein paar Diskussionen um die Anzahl deiner Tore, was sagst du dazu?

Am Ende des Spiels gab es gute Chancen zum Empty-Net-Goal, aber für mich persönlich ist ein Torerfolg nicht so wichtig. Viel wichtiger war, keinen unerlaubten Weitschuss zu riskieren und den Teamerfolg damit zu gefährden. Die Torerfolge werden von ganz alleine wieder kommen, gegen Frankfurt war der Sieg wichtiger.

Deine Eltern saßen auf der Tribüne, warst du extra motiviert?

Nein, das nicht. Aber es ist immer schön, wenn sie da sind. Die Kinder sind dann immer sehr aufgeregt, unternehmen viel mit den Großeltern. Es sind diese Kleinigkeiten, wie draußen im Schnee spielen, die den Kindern große Freude bereiten. Wir genießen die Zeit sehr, wenn wir alle zusammen sind.

Willkommen in Deutschland, Dennis Ulmer …

Es ist großartig, hier sein zu können und die Jungs spielen zu sehen. Im Sommer verbringen wir als Familie viel Zeit miteinander bei uns am See, aber der Winter ist lang. Wir freuen uns immer sehr auf die Reise nach Europa. Und, das möchte ich ausdrücklich betonen, wir werden immer sehr gut behandelt, wenn wir hier sind.

Dennis, wie haben Sie das Spiel gesehen?

Die Grizzlys waren bereit für das Spiel, haben härter gearbeitet, sind mehr gelaufen und waren schneller als ihr Gegner. Das hat den Unterschied ausgemacht. Frankfurt hat zu viele Strafzeiten gehabt, dadurch das Momentum hergegeben. Immer wenn du hart arbeitest, wird etwas Gutes passieren. Das habe ich von den Grizzlys gesehen.

Wie beurteilen Sie das Spiel ihrer Söhne?

Jason hat sehr hart gearbeitet, wie er das eigentlich immer tut. Außerdem spielt er sehr klug, bewegt den Puck gut. Und eins sollte man über Jason wissen: Für ihn sind Scorerpunkte nicht wichtig. Ihm ist viel wichtiger, dass das Team gewinnt. Teamerfolg stand immer an erster Stelle bei ihm, nicht seine persönlichen Statistiken. Jeff spielt physischer, schießt mehr. Man muss ihn nur in Position bringen, er hat einen sehr harten und präzisen Schuss. Wenn ich ihre Entwicklung von klein auf betrachte, dann war Jason schon immer der Vorbereiter und Jeff schon immer der Schütze. Sie sind beide unterschiedliche Spielertypen, aber herzensgute Menschen.

Vielen Dank, Jason, Jeff und Dennis Ulmer.

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