21.01.2009
Im Interview: Dave Magowan
Beim Auswärtsspiel in Hamburg standen die Grizzly Adams Wolfsburg unter ganz besonderer Beobachtung. Dave Magowan, der Vater von Torjäger Ken Magowan, begleitete das Team in die Hansestadt und schilderte hinterher im Interview seine Eindrücke vom Spiel und seine Erlebnisse in Deutschland.
Der gebürtige Schotte Dave Magowan kam im Alter von 25 Jahren nach Kanada. Heute lebt er in Kelowna, einer viereinhalb Autostunden von Vancouver entfernten Kleinstadt in British Columbia. "Kelowna ist vor allem für seinen Wein und den Tourismus bekannt. Viele Eishockeyspieler stammen von dort, weil es eine gute Ausbildung für Nachwuchsspieler gibt. Ken stand im Alter von drei Jahren das erste Mal auf Schlittschuhen, mit fünf begann er in einem Nachwuchsteam. Er hatte von Anfang an sehr viel Spaß an der Sache, spielte im Sommer mit den Jungs auch stundenlang Road Hockey. Eine eigene Eisfläche im Garten hatten wir nicht. Aber wenn im Winter unser Pool zugefroren war, nutzte er das gleich aus", erinnert sich Dave an die Anfänge seines Sohnes.
Im Alter von 16 Jahren schloss sich Ken den Vernon Vipers an, mit denen er die Canadian National Junior Championships gewann. "Für seine Größe ist Ken ein sehr schneller Spieler. Er war schon immer ein Torjäger, der während des Spiels nie aufgibt." Und mit einem Lächeln fügt er hinzu: "Ken is a hell of a Fighter!" Man mag ihm gerne glauben, schließlich gibt es auf der Internetplattform Youtube genug Hinweise darauf.
In Deutschland ist Dave übrigens nicht das erste Mal. Während seiner Soldatenzeit war er in Menden im Sauerland stationiert. Zwei Wochen verbrachte er jetzt in Wolfsburg, hat sich während der Zeit mit seinem Sohn zusammen auch das Umland und Berlin angesehen. "Ken hatte am Telefon Recht, als er mir Wolfsburg als schöne Stadt mit freundlichen Leuten beschrieb. Ihm gefällt es hier sehr gut und er spielt gerne für die Grizzly Adams. Sehr beeindruckend fand ich die Autostadt. Und als wir in Fallersleben waren, fühlte ich mich in meine Jugend zurückversetzt. So kannte ich Deutschland noch von damals in Menden."
Vor dem Spiel in Hamburg gegen die Freezers hatte Dave seinem Sohn noch kurz ein "Get it going, Ken" mit auf dem Weg gegeben, bevor er sich von der Color Line Arena beeindruckt zeigte: "Eine Halle wie in der NHL." Während des Spiels sprang der Fan der Vancouver Canucks mehrmals auf und verzweifelte, als die Grizzlys wieder eine ihrer zahlreichen Chancen in Überzahl verpassten. So fiel sein Fazit hinterher auch eindeutig aus: "Wolfsburg hatte zweimal mit einem Mann mehr auf dem Eis kein Erfolg, während Hamburg das auszunutzen wusste. Das war der Unterschied. Drei Konter haben den Freezers schließlich den Sieg gebracht. Und das auf eigenem Eis!" Mit einem Lächeln nahm er zwischenzeitlich das 1:2 durch Gregg Johnson zur Kenntnis: "Ken und Gregg spielten vier Jahre lang gemeinsam an der Boston University. Nach all den Jahren treffen sie sich jetzt in Wolfsburg wieder, die Eishockeywelt ist wirklich klein."
Am Mittwoch kehrte Dave in die kanadische Heimat zurück. Von Hannover aus ging es über Amsterdam und Seattle zurück nach Kelowna. "Mir hat es viel Spaß gemacht in Wolfsburg. Ich habe viele nette Leute kennen gelernt und freue mich schon auf meinen nächsten Besuch. Ich komme auf jeden Fall wieder", verabschiedete sich Dave und wünschte den Grizzly Adams viel Glück auf ihrem Weg in die Playoffs.
Foto:




